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Allgemeine Fragen zu GPS und verwandten Themen

Moderator: Roland

Re: Re:

Beitragvon KoenigDickBauch » 27.05.2008 - 20:17

Jörn Weber hat geschrieben:Diese Anmerkungen geben mir immer noch Rätsel auf. Gigas kannte Krassowski durch die Baltische geodätischen Kommision persönlich. Wieso kannte er nicht dessen X30 Projekt und dem daraus später resultierenden russischen Kartenbezugssystem S42 mit dem genialen Krassowski-Ellipsoid. Umgekehrt hatten die Russen doch auch ohne jegliche Berührungsängste das Deutsche Herresgitter in das S42 übernommen. Ironie des Schicksals war dann, das beide Kriegsparteien die Karten der jeweiligen anderen Seite nutzen konnten ohne umdenken zu müssen.


Hallo Jörn,

manch mal habe ich das Gefühl, das so manch einer das Hitler Regime dadurch unterwanderten, in dem sie nicht optimal gearbeitet haben. Denn das konnte ihnen keiner Nachweisen, denn sie wussten ja nur davon. So habe ich auch die Vermutung bei Heisenberg, der geschickt das schwere Wasser in verschiedene Forschergruppen aufteilen ließ, so das keiner genug hatte eine Atombombe zu bauen. Denn das Wissen darum hatten sie.

Gruß
Thomas
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Re: Re:

Beitragvon Jörn Weber » 27.05.2008 - 21:20

Hallo,

KoenigDickBauch hat geschrieben:manch mal habe ich das Gefühl, das so manch einer das Hitler Regime dadurch unterwanderten, in dem sie nicht optimal gearbeitet haben.


Als Gigas und Wolf das ED50 durchsetzten ging es nicht mehr um Hitler, sondern um den Westen und um Interkontinental-Raketen. Die Russen waren erst nach dem WGS84 wieder gezwungen ihr Kartenbezugssystem zu korrigieren. Bis dahin war Ihr System besser der Erdform angepasst als ED50 bis ED79. Krassowski hat sich schon in den 30ziger Jahren bemüht dafür den mathematischen Beweis dafür anzutreten, das der von Helmert empirisch ermittelte schwerkraft basierte Ellipsoid genauer ist als der von Hayford berechnete. Das geht aus Schriftwechseln zwischen Ihm und anderen Mathematikern hervor. Gigas und Wolf hatten die notwendige Rechentechnik aber bereits, als sie das Z.E.N. den Vorläufer des ED50 berechneten. Krassowski 1948 an den folgen des Krieges gestorben. Seine Arbeiten sind unauffindbar und liegen vermutlich in irgend einem russischen Panzerschrank. Gigas hatte ab diesem Zeitpunkt praktisch niemanden mehr der im ebenbürtig war. Er und sein Schüler Wolf bestimmten ab diesem Zeitpunkt die weitere Entwicklung der Geodäsie. Erst 1960 mit dem WGS60 stiegen die USA mit der NIMA wieder groß in dieses Thema ein.

Gruss Joern Weber
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