GPS-Consumertechnik <-> Gps-Profitechnik

Fragen zu GPS-Empfängern und alles was damit zu tun hat.

Moderator: Roland

Re: GPS-Consumertechnik <-> Gps-Profitechnik

Beitragvon Roland » 08.02.2009 - 22:56

Hallo,

Warum sollte da eine Software-Uhr mitlaufen ?

Ich meinte, dass dabei mehrere Signale empfangen und dann gemittelt und mit Laufzeitkorrekturen usw. aufgehübscht werden ?
Fand eben, dass es den Begriff schon vor 15 Jahren bei Zeitübertragungen gab
http://tycho.usno.navy.mil/ptti/1994/Vol%2026_26.pdf

Werde mal ein Auge drüberhalten.

Grüße Roland
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Re: GPS-Consumertechnik <-> Gps-Profitechnik

Beitragvon Taurus » 09.02.2009 - 22:39

Roland hat geschrieben:Ich meinte, dass dabei mehrere Signale empfangen und dann gemittelt und mit Laufzeitkorrekturen usw. aufgehübscht werden ?


Versteh ich nicht... was für Signale genau meinst du denn ???

Hab auch noch einen kleinen Nachbrenner:
Die zu stützenden Uhren die für eGPS in Frage kämen, wären natürlich aus billigen Chipsätzen... also vor allem in Handys usw...
Geodätische Empfänger haben eine Uhr mit ausreichender Stabilität drin...
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Re: GPS-Consumertechnik <-> Gps-Profitechnik

Beitragvon Roland » 09.02.2009 - 22:58

Hallo,

bin derzeit noch auf der Suche nach weiteren Infos. In meinem o.g. Zitat steht ja
...eGPS relies on a database of GSM/WCDMA basestation locations and a timing model of the network to generate fine time ...

Also ich meine die Zeit- bzw. Synchronisationssignale der Handynetze. Die verlaufen auch nicht verzögerungsfrei.
Hoffentlich kommt jetzt nicht wieder ein Kalman-Filter ...

Grüße Roland
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Re: GPS-Consumertechnik <-> Gps-Profitechnik

Beitragvon XPosition » 10.02.2009 - 00:00

Hallo Roland,
schau dir mal das NTP (Network Time Protocol) http://de.wikipedia.org/wiki/Network_Time_Protocol an.
Dort steht auch welche Genauigkeit damit zu erreichen ist.
Es funktioniert grob so, daß dein Rechner oder Handy ein Packet mit der lokalen Zeit abschickt und ein
Packet bekommt mit der abgeschickten Zeit und der aktuellen Zeit des Zeit-Servers.
Dann wird das nächste Packet abgeschickt, wieder mit der lokalen Zeit und der letzten Uhrzeit vom Zeit-Server und so weiter...
So kannst du die Laufzeit ermitteln und dann zur Uhrzeit vom Zeit-Server dazu addieren.

Meine Erfahrung war(Symbian Handy), dass man beim GSM-Netz zwar Sekunden genau wird, aber viel mehr auch nicht.
Egal wie viel Packete du hin und her schickst. Das war allerdings vor ca. 4 Jahren.

Falls du aber ein stabiles Netz bzw. ein "stabiles" Betriebssystem hast, kann es natürlich schon was bringen.
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Re: GPS-Consumertechnik <-> Gps-Profitechnik

Beitragvon Jörn Weber » 11.02.2009 - 17:22

Hallo Roland,

Roland hat geschrieben:CSR


Die Truppe wird gerade von SiRF augesogen:

http://www.sirf.com/PressRoom/Press.asp ... &Home=true

Gruss Joern Weber
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Re: GPS-Consumertechnik <-> Gps-Profitechnik

Beitragvon Roland » 11.02.2009 - 19:33

Hallo Jörn,

da hinkt ja
GPSWorld
hinterher ...

Grüße Roland
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Re: GPS-Consumertechnik <-> Gps-Profitechnik

Beitragvon ssquare_de » 11.02.2009 - 20:40

Hallo Joern,


oder so:

http://www.heise.de/newsticker/Britische-CSR-uebernimmt-GPS-Chiphersteller-SiRF--/meldung/132354


Mit diesen Geschäften kennt sich doch heutzutage keiner mehr aus! :roll:


Stefan
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Re: GPS-Consumertechnik <-> Gps-Profitechnik

Beitragvon ssquare_de » 14.03.2009 - 12:55

Hallo Gemeinde,



endlich ist es passiert !

RTK (Dezimeter/Zentimetergenauigkeit in Echtzeit) wird anscheinend nun massentauglich, die letzten Grenzen zwischen Consumer- und Profitechnik beginnen zu verwischen.
Passend zur OpenSource-RTK-Software RTKLIB
http://gpspp.sakura.ne.jp/rtklib_e.htm
wird/wurde nun ein günstiges Hardwarekonzept erstellt, das anscheinend kompakt und sowohl leistungsfähig als auch stromsparend genug ist, um als echte Mobillösung durchzugehen.

Bei einem Preis von ca. 600$ sollen bis zu 10Hz Updaterate bis in Zentimeter/Dezimeter-genauigkeitsbereiche möglich sein!

..."The total cost of thedeveloped RTK-GPS receiver was about $600 for the single-board computer, the receiver board with a
GPS receiver module and the case and internal cables. Note that it does not include the cost for the
external GPS antenna and equipment for the base-station."...

Aber lest selbst:
http://gpspp.sakura.ne.jp/paper2005/ion2009_abst.pdf

...Ach du heiliger Strohsack.... 8)



Stefan
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Re: GPS-Consumertechnik <-> Gps-Profitechnik

Beitragvon Jörn Weber » 14.03.2009 - 14:42

Hallo Stefan,

ssquare_de hat geschrieben:RTK (Dezimeter/Zentimetergenauigkeit in Echtzeit) wird anscheinend nun massentauglich, die letzten Grenzen zwischen Consumer- und Profitechnik beginnen zu verwischen.


Wie ich dir schon schrieb, kann man ein RTCM 2.3 Rover mit 50cm Genauigkeit auf Basis der Pseudoranges auch auch 100 Eur aud einem WBT300 und einer ordentlichen Antenne bauen. Wenn man eine Genauigkeit besser als 50 cm haben möchte, kommt man um RTCM 3.0 und ein LEA 4T nicht mehr herum. Das LEA 4T ist aber nicht massentauglich, denn die Masse kann es nicht weiterverarbeiten. Das LEA 4T will noch mit einer ordentlichen Antenne und Schnittstellen-Treibern für kleines Geld verheiratet werden. Wer soll bitte diesen Job machen? Praktisch käme da nur Locosys Tech in Frage. Aber seit die selber zertifizierter Amtel-Partner und der Mitbewerber von u-blox sind, wird das wohl nicht mehr funktionieren. Aber du kannst mich gerne eines anderen belehren. Desweiteren wird für den Subdezimeterbereich auch eine ordentliche Antenne nötig. Diese alleine sprengt schon deinen Rahmen von 600 Euro. Und ja, wir sprechen immer noch vom Rover und nicht von der Referenzstation. Deren Beschaffung ist auch noch ein Thema für sich. Choke Ring Antenne Antennen sind nicht gerade preiswert.

Fazit:
Woher das LEA 4T nehmen?
Woher die Antenne nehmen?
Wie beide Komponenten verheiraten?

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Re: GPS-Consumertechnik <-> Gps-Profitechnik

Beitragvon ssquare_de » 14.03.2009 - 15:36

Hallo Joern,


mit den Korrekturen und mit den Konsumerempfängern an die du denkst, kommst du bei kurzen Basislinien ( 50km-100km) auf eine 2-D Echtzeit-Genauigkeit von bestens 1,5-2m bei 1-sigma.
(RTCM SC-104, Messages 1, 2, 3 und 9)

Mit den RTCM 2.x und RTCM3.x über NTRIP o.ä. erzielst du mit den Pseudoranges immer um/unter 1m (1-sigma).
Nimmst du noch die Auswertung der Trägerphasen mit dazu, erreichst du bei FLOAT-Lösungen geringe Dezimeterbereiche ( leicht <60cm),
gelingt die Ambiguity-Lösung, bewegst du dich mit L1-Empfängern und <20km Basislinie im < 5cm-Bereich .

Diese Ergebnisse sind mit aktiven 25€-Patchantennen reproduzierbar.

Mit "Massenmarkt" habe ich zunächst auf die Kriegskasse geschaut, die Amateuren gemeinhin zur Verfügung steht.
Nachdem ja anscheinend Empfängerhersteller für den Endanwender aus der Amateurecke alles verschlafen, muss auch da der Student und/oder Bastler als erster ran. :)

Professionelle Basisstationen können von RTKLIB ab einer der nächsten kommenden Releases genutzt werden, wenn eben die RTCM-Funktionalität implementiert wird.
Umsonst!

LEA-4T ? --> Bestellen ( http://www.pointis.de) 75€?
Antenne? -->Bestellen ( http://www.pointis.de) 23€?
Board? --> bisher das Problem, aber hoffentlich nicht mehr lange... :)



Stefan
Zuletzt geändert von ssquare_de am 14.03.2009 - 22:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: GPS-Consumertechnik <-> Gps-Profitechnik

Beitragvon Jörn Weber » 14.03.2009 - 17:57

ssquare_de hat geschrieben:mit den Korrekturen und mit den Konsumerempfängern an die du denkst, kommst du bei kurzen Basislinien ( 50km-100km) auf eine 2-D Echtzeit-Genauigkeit von ´bestens 1,5-2m bei 1-sigma. (RTCM SC-104, Messages 1, 2, 3 und 9)


Wenn man den Multipath Empfang in den Griff bekommt, sollte sich eine Genauigkeit um die 1 Meter ergeben. Die theoretische Grenze der Genauigkeit der Pseudoranges liegt bei 50 cm.

erreichst du bei FLOAT-Lösungen geringe Dezimeterbereiche ( leicht <60cm),


Was verstehst Du unter Float-Lösung? Streckenmessungen mit zwei Empfängern ohne Basislinie?

Nachdem ja anscheinend Empfängerhersteller für den Endanwender aus der Amateurecke alles verschlafen, muss auch da der Student und/oder Bastler als erster ran. :)


Das hat nichts mit "Verschlafen" zu tun, sondern mit einem sehr kleinen Markt. Wenn man nicht mindestens 1000 Einheiten pro Jahr verkaufen kann, lohnt sich die Produktion nicht. Hinzu kommt, das außer dem LEA 4T kein bezahlbarer Empfänger mehr in Stückzahlen verfügbar ist.

Professionelle Basisstationen können von RTKLIB a einer der kommenden Releases genutzt werden, wenn eben die RTCM-Funktionalität implementiert werden.
Umsonst!



Was ist das für eine Firma. Merkwürdige Homepage. Ich schreibe die mal an.

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Re: GPS-Consumertechnik <-> Gps-Profitechnik

Beitragvon ssquare_de » 14.03.2009 - 19:48

Hallo Joern,


Pointis ist der offizielle Vertriebspartner von ublox hier bei uns in D.

...."Wenn man den Multipath Empfang in den Griff bekommt, sollte sich eine Genauigkeit um die 1 Meter ergeben. Die theoretische Grenze der Genauigkeit der Pseudoranges liegt bei 50 cm."...

Stimmt schon, wenn du sehr teuere Antennen und Empfänger an den Start schiebst.
Diese Preise willst du aber nicht wirklich für die 0,5-1m Genauigkeit stemmen wollen.
Die Genauigkeit wollen wir günstiger. :)

Float-Lösungen nennt man die Lösungen, bei denen die Ambiguities einer Trägerphasenlösung nicht festgesetzt werden können.
( Meist wegen zahlreichen Cycle Slips, das sind kurzen Unterbrechungen beim Beobachten der Trägerphasenmesswerte.)
Das ist alles ein wenig kompliziert, schau dir doch vorab den Link genauer an:
http://www.sbg.ac.at/mat/staff/revers/lectures/2006_2007/GPS/Satellitengeodaesie_1.pdf

( ca. ab Seite 135 )



Stefan
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Re: GPS-Consumertechnik <-> Gps-Profitechnik

Beitragvon Roland » 14.03.2009 - 19:51

Hallo Jörn,

Was ist das für eine Firma


Peter Wirth ist der Geschäftsführer.
Kannst Du mit der gängigen Adressierung anmailen.

BTW:
Wenn ihr so weitermacht, kaufe ich mir auch noch ein Modul :shock:
Vielleicht in Form der

Maus von CONRAD für 49,95
(Link korrigiert)

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Re: GPS-Consumertechnik <-> Gps-Profitechnik

Beitragvon Jörn Weber » 14.03.2009 - 21:28

Hallo Roland,

Roland hat geschrieben:Wenn ihr so weitermacht, kaufe ich mir auch noch ein Modul :shock:
Vielleicht in Form der
Maus von CONRAD für 49,95


Der Link funktionier nicht. Aber ich weiß trotzdem welche Maus du meinst.

Ich habe hier ein proof of concept liegen. Zutaten:

WBT201(den hatte ich gerade zur Hand, als Logger taugt der nicht viel)
Bidirektionaler Port-Splitter XPortl
NTrip-Client RTKLib
NTrip-Account für einen Server der RTMC SC104 Version 2.x liefert. (entweden von ascos oder vom BKG)
u-center von u-blox

Damit kann man den Antaris 4 zu einem DGPS-Fix auf Basis der Pseudoranges überreden.

Momentan prüfe ich ob sich der Bausatz von ELV "Serieller Datenlogger für USB-Sticks SDU 1" ELV Nr. 68-834-8 als Datenlogger für das Antaris 4 Industriemodul von Navilock verwenden lässt. Dazu will ich eine aktive Antenne AT-67 verwenden. Dazu werde ich dann noch ein wenig Elektronik drum herum herum bauen müssen., zum Beispiel ein Pegelwandler TTL zu RS232 und eine Spannungsregler. Zusammen könne das dann ein mobilen RTK-fähigen GPS Logger ergeben. Das Industriemodul kann man dann mittelfristig durch ein LEA 4T ersetzen. Kurzfristig bin ich aber auch mit ca. 1 Meter Genauigkeit zu frieden.

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Re: GPS-Consumertechnik <-> Gps-Profitechnik

Beitragvon Jörn Weber » 14.03.2009 - 21:52

Hallo Stefan,

ssquare_de hat geschrieben:Stimmt schon, wenn du sehr teuere Antennen und Empfänger an den Start schiebst.
Diese Preise willst du aber nicht wirklich für die 0,5-1m Genauigkeit stemmen wollen.


Die Empfänger selber sind nicht teuer, Lassen oder Antaris 4 reichen da aus. Die liefern korrekte Pseudoranges, wenn man denen ein sauberes GPS-Signal, frei von Multipath, vorsetzt. Ob es reicht, eine Patch-Antenne entsprechend zu präparieren, so dass sie keinen Multipath aufnimmt oder ob eine Choke Ring Antenne notwendig ist weiß ich noch nicht. Der Empfänger selber braucht also nicht mehr aufzuweisen als es jetzt ein Antaris 4 besitzt.
Ein weitere Voraussetzung das eine reale oder virtuelle Referenzstation nicht all zu weit entfernt ist. Hierzu sind in Deutschland praktisch 3 Netze verfügbar: ascos, egnos-ip.net und das IALA-Netz der Wasserstraßenbehörden. Die Referenzstationen dürfen dabei maximal 200 bis 300 km entfernt sein. Sowohl das egnos-ip.net als auch das IALA Netz (http://www.fvt.wsv.de/dgps/) erfüllen diese Anforderungen in Deutschland. Teuer hieran sind die IALA(Beacon) Empfänger oder der Online-Zugriff auf egnos-ip.net.

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