Automatisch Strecken + spezielle Punkte speichern

Fragen zu GPS-Empfängern und alles was damit zu tun hat.

Moderator: Roland

Automatisch Strecken + spezielle Punkte speichern

Beitragvon Jörg » 02.08.2016 - 18:54

Hallo zusammen,

mein Name ist Jörg und ich habe ein spezielles Vorhaben.

Ich ziehe immer wieder auf landwirtschaftlichen Flächen Bodenproben um die Nährstoffgehalte zu bestimmen. Um diese Untersuchungen nach einigen Jahren am gleichen Standort zu wiederholen (um zu sehen wie sich die Nährstoffsituation verändert hat) möchte ich meine Probenahmepunkte per GPS speichern (das sind Mischproben, d.h. für eine Probe muss der Probenehmer 20 x einstechen). Ich suche daher eine Möglichkeit wie ich die zurückgelegte Wegstrecke speichern kann und gleichzeitig, wenn mein Probenehmer nach unten geht und die Probe nimmt, diesen Punkt zu speichern.

Ich stelle mir einen Datenlogger vor, der mit einer Schnittstelle versehen ist, die vom Probenehmer über einen Sensor?? ein Signal bekommt und diesen speichert. Anbei mal ein Bild der Gerätschaft um sich das besser vorstellen zu können.

Kennt sich hier jemand aus, bzw. gibt es so Geräte?

Vorab schon mal vielen Dank für Eure Antworten.
Gruß Jörg
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Bodenproben-GIS

Beitragvon Hagen.Felix » 02.08.2016 - 20:57

Hallo Jörg,
und zunächst erst mal willkommen hier im Forum!

Je nachdem, wie weit es Dich in die speziellen GNSS-Aspekte Deiner Tätigkeit noch verschlägt, kannst Du hier auch gewiss etliche brauchbare Informationen aufgabeln ... :wink:

Ansonsten könnte es aber auch passieren, dass wir mit agrar-spezifischen Themen hier manchmal doch relativ einsam sind. :roll:

Wie es der Zufall aber will, bin ich seit ca. 15 Jahren in genau diesem Fachgebiet tätig. :mrgreen:

Habe in dieser Zeit auch schon bei bzw. mit etlichen Anbietern gearbeitet, die mit größeren Fahrzeugflotten landwirtschaftliche Bodenproben ziehen ... :wink:

Als Fazit vorab: Die EINE LÖSUNG für diesen Zweck gibt es nicht (und kann es auch gar nicht geben)!

Bei manchen Anbietern sind Probenahmegerät und GIS elektronisch verbunden, wobei durchaus auch beide Richtungen grundsätzlich möglich sein könnten (Start der Misch- und/oder Einzelprobe also entweder am Gerät oder in der GIS-Software), manchmal ist aber auch noch der gute alte Mensch als Datenverbindung tätig. :mrgreen:

Was in all den Jahren aber immer mehr zum Normalfall geworden ist: Das Probenmuster wird heutzutage üblicherweise im großen GIS (also im Büro) geplant.

Hier gibt es im Detail zwar z.T. erhebliche Unterschiede, wie diese Planung erfolgt (Aufteilung der Schläge nach Beprobungsraster und evtl. auch nach bereits bekannten Unterschieden der Bodenarten, Wiederholung früherer Beprobungsmuster usw.), grundsätzlich gemeinsam ist all diesen Lösungswegen aber i.d.R., dass der Beprober dann diese im Büro vorgeplanten Entnahmestellen erst mal nur mit einem mobilen GIS anzusteuern hat.

Ob mit dem großen Geländewagen, dem Quad oder gar zu Fuß, ist dabei prinzipiell aber auch noch kein entscheidender Unterschied ... :wink:

Die im Beprobungsalltag vielleicht (zweit-)wichtigste Frage liegt dann jedoch wohl v.a. darin, wie die Proben fortlaufend beschriftet (bzw. in bereits beschriftete Behälter eingefüllt) werden.

Ob manuell mit dem Edding auf die Tüte geschrieben oder (halb-)automatisch mit dem Etikettendrucker, ist evtl. auch noch gar nicht so wichtig ...

Hauptsache nur, es kommt nichts durcheinander! :!:

Je nachdem, wie detailliert die o.g. Planung jeweils stattfindet, muss vor Ort dann ggfs. gar nicht mehr so viel GIS-Arbeit erfolgen.

Etwas ketzerisch könnte man sogar sagen, dass ein ordinäres kleines Garmin-Handgerät (bzw. Äquivalent) durchaus schon genügen könnte. :mrgreen:

In praxi arbeiten die großen Anbieter der Branche sowohl mit eigener Software (sofern diese Anbieter "rein zufällig" auch Agrar-Software anbieten) als auch mit verschiedenen kommerziellen GIS-Programmen für den mobilen Einsatz auf kleineren Geräten (früher Palm & Co., heute div. Tablets).

Wenn ich also all meine bisherigen Erfahrungen in einen einzigen Satz destillieren sollte, würde dieser wohl unbedingt auf die Frage abzielen, wie gut die innerbetriebliche Datenverwaltung alltäglich laufen kann (bzw. laufen muss).

Alle anderen Fragen verschwinden demgegenüber m.E. schon beinahe in der Bedeutungslosigkeit. :wink:

Und obwohl (bzw. vielleicht sogar gerade weil) ich mit Hard- und Software für derlei Kram durchaus recht vertraut bin, würde ich nicht allzu viel Hoffnungen mit der Idee verbinden, die Prozesskette möglichst vollautomatisch realisieren zu wollen!

Heutzutage, angesichts der schier unendlichen Fülle von Möglichkeiten, mit RaspberryPi, Arduino & Co. mal schnell und billig was hinzaubern zu können, ist die Versuchung natürlich riesengroß. :roll:

Ich würde gleichwohl immer noch etwas skeptisch bleiben wollen. :?

Wie ich Deinen Beitrag verstehe, bist Du offenbar als Einzelkämpfer tätig.

Dann gäbe es natürlich weite Spielräume für individuelle Vorlieben und Gewohnheiten ... :mrgreen:

Das größte Problem der o.g. größeren Anbieter besteht hingegen wohl v.a. darin, die Schlagkraft der vorhandenen Kapazitäten (Fahrzeuge, Personal ...) insbesondere in den Spitzenzeiten (nach dem Winter, nach dem Mähdrusch ...) zu maximieren, um nicht völlig in der Auftragsflut unterzugehen ...

Dann mag vielleicht auch die Idee reizvoll erscheinen, bei jeder Probenahme mittels Automatisierung noch ein paar Sekunden einsparen zu können.

Mit hinreichend kundigem und findigem, motiviertem und geschultem Personal könnte das vielleicht sogar im wahren Leben funktionieren. :mrgreen:

Aber auch dann gibt es ja immer noch Wackelkontakte, leere Akkus, ständig abstürzende Computer bzw. Software und unzählige weitere EDV-Leckereien ... :roll:

Lange Rede, kurzer Sinn: Es ist nur das wirklich gut, was auch zuverlässig funktioniert, und zwar nicht nur auf Dauer, sondern gerade auch im Stress!

Und Hand aufs Herz, ist es tatsächlich ein so erheblicher Zeitverlust (im Vergleich zur theoretischen Vollautomatik mit Sensor), wenn man je Probenahme manuell einen Punkt als "erledigt" im mobilen GIS speichert bzw. markiert?

Maßgeblich ist (und bleibt) m.E. aber auf jeden Fall immer und absolut vorrangig die Frage, welches GIS verwendet wird, und zwar sowohl zur Vor- und Nachbereitung der Probenahme (im Büro) als auch dann auf dem Acker (sowie ggfs. noch der alltägliche Datentransfer zwischen diesen beiden Systemen). :!:

Das kann also durchaus auch der o.g. kleine Garmin sein, oder "Locus Pro" auf dem Android-Tablet, oder QGIS, oder eine der üblichen Agrar-Software, oder sonst irgendeine GIS-Software, die sich mobil noch hinreichend gut nutzen lässt.

Viele Wege führen nach Rom ... :mrgreen:

GPS/GNSS-spezifische Probleme sind heutzutage kaum noch relevant, zumindest nicht auf Acker/Grünland (Spezialfälle wie z.B. Versuchsparzellen mal ausgenommen).

Angesichts der üblichen Rasterung (Mischprobe je 1 bis 3 ha) dürfte man wohl kaum noch Hardware finden, die bei wenigstens halbwegs sachgerechter Nutzung wirklich zu ungenau wäre.

Diese Problematik könnte demnächst aber wieder neu an Bedeutung gewinnen, wenn wesentlich kleinere Teilflächen mit besonderer Markierung bzw. (Nicht-)Bewirtschaftung separat eingemessen, untersucht und/oder behandelt werden sollen.

Dann wird der berühmt-berüchtigte Submeter vielleicht doch noch wichtig ... :mrgreen:

Gruß aus dem Muldental,
Hagen
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Re: Automatisch Strecken + spezielle Punkte speichern

Beitragvon Jörg » 05.08.2016 - 15:38

Hallo Hagen,

vielen Dank für Deine Antwort.

Mein Wunsch ist es eigentlich nur meine gefahrenen Strecke zu dokumentieren (und das funktioniert ja wohl mit einem günstige Gerät wie GPS Logger GT-750 Bluetooth für ca 40€ ganz gut) und dabei die einzelnen Einstiche zu dokumentieren. Hintergrund ist der, dass ich meine 15-20 Einstiche, die ich für eine Probe gemacht habe, auch nach 6 Jahren bei der nächsten Beprobung wieder anfahren kann um zu sehen, wie sich die Nährstoffverteilung geändert hat. Und da ich ein vergesslicher Mensch bin :roll: und sicher nicht bei jeder Probe daran denke auf einen Knopf zu drücken, dachte ich mir, dass ich an meinen Probenehmer einfach einen Sensor anbaue, der ein Signal an einen Datenlogger schickt.

Meinst Du sowas ist machbar, bzw. da Du vom Fach bist, gibt es sowas schon irgendwie?

Gruß Jörg
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Re: Automatisch Strecken + spezielle Punkte speichern

Beitragvon Hagen.Felix » 05.08.2016 - 16:36

Jörg hat geschrieben:... dass ich an meinen Probenehmer einfach einen Sensor anbaue, der ein Signal an einen Datenlogger schickt.

Hallo Jörg,
gewiss ist dies machbar. :mrgreen:

Ob einfach oder kompliziert, hängt jedoch von vielerlei Umständen ab. :wink:

Zunächst davon, wie aus der motorischen Aktion des Probenahmegerätes ein verwertbarer elektrischer Impuls entstehen kann ... :roll:

Hier gibt es ja keine standardisierte Datenschnittstelle an derlei Geräten, wo man z.B. nur irgendeinen standardisierten Stecker anzuschließen bräuchte.

Vermutlich wäre es möglich, die ihrerseits ja sicher schon elektrische Ansteuerung des Gerätes anzufassen, aber so etwas ist eben ein individueller "Hack" und keine Lösung a la "Plug'n'Play" ...

Für kundige Bastler mit viel Zeit wahrscheinlich keine überwindbare Hürde. :mrgreen:

Ob es sich hingegen wirtschaftlich lohnt, so etwas kommerziell in Auftrag zu geben, würde ich schon bezweifeln.

Zumal es ja noch gar nichts dazu beitragen würde, der wichtigsten Anforderung an eine ackerbauliche Bodenbeprobung in "guter fachlicher Praxis" Genüge zu tun (der in meinem vorigen Beitrag skizzierten Planung insbesondere nach bodenkundlichen Aspekten) ... :cry:

Nimmst Du denn tatsächlich Deine Proben "irgendwo", ohne dies vorher in einem GIS geplant zu haben? :shock:
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Re: Automatisch Strecken + spezielle Punkte speichern

Beitragvon spunky » 05.08.2016 - 22:29

das einfachste ist wirklich, die Strecke am PC zu planen (z.B. Google Earth, kml/kmz) und den Pfad mit einem normalen Tablet abzufahren, z.B. mit Locus Map (Importieren...).
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