Geodätische Referenzpunkte in Bayern

Allgemeine Fragen zu GPS und verwandten Themen

Moderator: Roland

Geodätische Referenzpunkte in Bayern

Beitragvon ssquare_de » 28.03.2013 - 12:36

Hallo,


die Bayerische Vermessungsverwaltung hat der Öffentlichkeit den ersten geodätischen Referenzpunkt in Gunzenhausen vorgestellt.
Weitere sollen folgen.
http://vermessung.bayern.de/grundlagenverm/georeferenzpunkt.html

Da kann man dann kurz und knapp überprüfen, was der Ostereierfinder zu leisten im Stande ist.
Aber mit ein bischen Glück fallen ja die weissen Ostern doch noch ins Wasser...

:wink:


Stefan
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Re: Geodätische Referenzpunkte in Bayern

Beitragvon macnetz » 29.03.2013 - 17:30

Hallo Stefan,

das Luftbild bei Google scheint nicht lagerichtig zu sein :D

trotzdem frohes Eiersuchen
Anton
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Re: Geodätische Referenzpunkte in Bayern

Beitragvon ssquare_de » 29.03.2013 - 21:54

Servus Anton,


tja, Google mal wieder... :wink:
Im Bayernviewer scheints halbwegs zu passen, oder sagen wir besser, es spricht nix dagegen, dass es passt. :)
http://geoportal.bayern.de/bayernatlas/extended?lon=4408894.0&lat=5442707.0&zoom=14&base=904

Frohe Ostern!



Stefan
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Re: Geodätische Referenzpunkte in Bayern

Beitragvon Josef Gerstenberg » 29.03.2013 - 23:06

Meine Karfreitags-Anmerkung dazu:
http://vermessung.bayern.de/grundlagenverm/georeferenzpunkt/grp_gunzenhausen.html
"Die Position der zentralen Markierung auf der Metallplatte ist im amtlichen Koordinatenreferenzsystem ETRS89 (DREF91) angegeben.
Für Navigationsanwendungen mit GPS-Handgeräten können WGS84 und ETRS89 als identisch betrachtet werden."

"..als identisch betrachtet werden" ist eine recht schwammige Aussage.

Da übliche GPS-Handgeräte (L1-Empfänger) keine Koordinaten im ETRS89-System berechnen können, sondern nur im WGS84-System,
ergibt sich daraus derzeit ein zusätzlicher Positionsfehler von ca. 0,6m.
Ursache ist, das Grunzhausen im WGS84-System in Richtung Helsinki driftet.

Kleine versteckte Ostereier lassen sich deshalb nur schwer mittels GPS finden.

Aber man kann ja auch kucken,
den wer nicht kuckt, sieht auch nichts!

Wünsche schönes Ostereiersuchen in Grunzhausen,
Josef
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Re: Geodätische Referenzpunkte in Bayern

Beitragvon Roland » 30.03.2013 - 12:50

Hallo,

eine (wiedermal...) unausgereifte Anmerkung von mir:

Düsseldorfer Festpunkte
gibt es seit Jahren in Google Earth.

Das Problem:
keine Festpunktbeschreibung und eine zu klärende Referenz.
Die Beschreibung wäre evtl. überflüssig, wenn man weiß, wie in Düsseldorf Bodenpunkte i.d.R. vermarkt sind.
Als Referenz wird Netz77 genannt, das wäre erst umständlich in WGS84 zu transformieren.
Wenn ich aber die 'Eigenschaft' der Punkte anklicke, hm, da sieht das fast wie UTM aus, jedenfalls wird die Zone genannt ?
Müsste man nachfragen.

Anm.:
Das habe ich nur gefunden, weil ich davon wusste. Etwas Ähnliches in Köln zu finden, habe ich im Netz aufgegeben ...


Grüße Roland
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Re: Geodätische Referenzpunkte in Bayern

Beitragvon Josef Gerstenberg » 01.04.2013 - 23:15

Hallo Roland,

unausgereift finde ich deine Anmerkung nicht,
stellt sie doch die Problematik der Koordinatensysteme und Geoide deutlich dar (für mich).

Ich frage mich, warum die Vermessungsverwaltungen in ganz Deutschland nicht in der Lage sind,
Nutzern von simplen GPS-Empfängern präzise und unmittelbar nutzbare GPS-Koordinaten zur Verfügung zu stellen.

Meine Vermutung derzeit: Da soll kein Expertenwissen kostenlos weitergegeben werden.

Gruß Josef
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Re: Geodätische Referenzpunkte in Bayern

Beitragvon Roland » 02.04.2013 - 10:14

Hallo,

zur Düsseldorfer Koordinatenfrage:
diese Nacht fiel mir ein, die mir in GoogleEarth mal genauer anzusehen.
Also die UTM-Koordinaten der Symbole sind identisch mit den unter 'Eigenschaften' einzusehenden.
Sind die Koordinaten also ins ETRS89 transformiert ? Oder ins WGS84 ?

Zur viel interessanteren Frage der Punktfreigabe (ich versuche mich und kurz zu fassen):

Mir wurde weiland eingetrichtert, Maßzahlen, Punktbeschreibungen und Koordinaten gehen nicht nach 'draußen'.
Wenn ich es richtig interpretiere, stand dahinter der Schutz des Eigentums, hier des Grundstückseigentums.
Konnten Grenzsteine mutwillig entfernt oder versetzt werden, boten die unbekannten, z.T. unterirdisch vermarkten Vermessungspunkte die Gewähr, die Eigentumsgrenzen anhand des sog. Zahlenwerkes lagerichtig und einwandfrei wiederherstellen zu können. Dazu brauchte man den ausgebildeten Vermessungsfachmann.
Heute hat jeder Grenz- und Vermessungspunkt eine Koordinate (sollte jedenfalls so sein). Heute hat jeder Halb- und Voll-*hüstel* einen GPS-Empfänger und hantiert damit herum. Hat sich die Bedeutung von Koordinaten im Alltag außerhalb des Vermessungswesens erhöht, hat sich im Vermessungswesen die Bedeutung von Festpunkten verringert. Mit dem Präzisions-Empfänger habe ich die Koordinate quasi bei mir (ja, mit den SAPOS-Punkten).

In dem Zusammenhang:
ich leide darunter, dass mir -im Zuge dieses Wandels ?- Bundestagsabgeordnete oberschlau ein
Bundesgeoreferenzdatengesetz
vor die Nase setzen. Es will bei mir keine rechte Freude darüber aufkommen, dass nun jeder etwas von Koordinaten versteht. Einziges Zugeständnis, ich hatte immer gegrummelt, dass es für ein übergeordnetes Bezugssystem wie UTM lange keine bundeseinheitliche Regelung gab. Ich müsste also glücklich sein ... :(

Grüße Roland
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